Meine Philosophie

Habe Sie schon einmal etwas über die Systemtheorie gehört? Es ist ein interdisziplinäres Erkenntnismodell, das in vielen Bereichen der Wissenschaft, z.B. der Mathematik, Physik, Wirtschafts- und Ingenieurswissenschaften, herangezogen wird um komplexe Phänomene zu erforschen.

Ich sehe oft, dass meine Patienten sich wie komplexe Systeme verhalten.

Wenn Sie möchten, nehme ich sie mit auf einen kleinen Ausflug in die Systemtheorie. Keine Angst: Man muss dazu kein Astrophysiker sein.

Ähnlich wie das Sonnensystem oder Ökosysteme kann man alle Lebewesen als komplexe Systeme betrachten. Auch der Körper des Pferdes besteht aus vielen einzelnen Elementen, die in gegenseitiger Wechselwirkung zueinander stehen. Außerdem steht das komplexe System des Pferdes in Interaktion mit Nachbarsystemen. Ständig werden Informationen, Energien und Materie ausgetauscht. Immer passiert etwas. Stillstand würde Tod bedeuten.

Das macht es oft schwer, den Körper genau zu begreifen.

Die gute Nachricht: Komplexe Systeme haben einige wunderbare Eigenschaften, die dabei helfen im Gleichgewicht zu bleiben und angestrebte Zustände (Attraktoren) zu erreichen. Da wäre zum Beispiel die Fähigkeit der Selbstregulation und der Selbstorganisation.

Eine kleine Ursache kann eine große Wirkung haben (der Wissenschaftler spricht von der „Nichtlinearität“ oder auch vom „Schmetterlingseffekt“).

Ein gestörtes Element kann für eine Weile kompensiert werden. Insgesamt „läuft es aber nicht ganz rund“.

Wenn es uns als Therapeuten oder Betreuungsperson gelingt, den inneren Engpass im System zu finden, werden enorme Potentiale frei und das System kann sich wieder selbst regulieren.

Das ist meiner Meinung nach ein wahrer Therapieerfolg und Ziel jeder Behandlung!

Diese zugegeben etwas physikalische Betrachtungsweise hilft mir als naturwissenschaftlich geprägten Menschen energetische Zusammenhänge besser zu verstehen und mit meinem Weltbild in Einklang zu bringen.

So muss ich mich nicht zwischen einer schulmedizinischen, einer energetischen oder einer traditionell chinesischen Betrachtungsweise entscheiden.

Die einzelnen Elemente in unseren Pferden sind z.B. Moleküle, Proteine, Zellen, Gewebe, Organe und Organsysteme. Sie stehen z.B. durch Elektrische Potentiale, Hormone, Botenstoffe und Rückkopplungsmechanismen miteinander in Wechselwirkung.

Außerdem sind Pferde offene Systeme die von außen beeinflusst werden. Dabei spielen v.a. Haltung, Fütterung, Training, Reiter, Sättel, Artgenossen, Tierärzte und Hufschmiede eine große Rolle.

Als selbständig arbeitende Tierärztin versuche ich möglichst viele Informationen über ihr Pferd zu sammeln und berate Sie gerne hinsichtlich Schulmedizin, Training, Fütterung, Hufbeschlag oder Sattelanpassung.